#043 - Ziele definieren, erfolgreich ankommen - Teil 5
Shownotes
Gedanken über Zeitmanagement, Zielsetzung und die Kunst, Druck zu vermeiden.
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Transkript anzeigen
Wir sind kurz davor nach Wien zu einem internationalen Fechtertreffen zu fahren. Und auf dem Weg dahin, bzw. in der Vorplanung, habe ich für uns alle die Fahrkarten gekauft. Und während ich geplant habe, wann wir losfahren, war natürlich eine andere Frage noch viel wichtiger. Und diese Frage, die kenne ich sehr lange schon in meinem Leben, wahrscheinlich ihr auch. Die Frage, wann sind wir denn da? Wie lange dauert es denn? Das ist die Frage, die oft von mir gestellt auf der Rückbank im Auto meiner Eltern kam, als ich noch ganz klein war. Wie lange denn noch? Wann sind wir da? Das ist ein ganz wichtiger Punkt und den vergessen wir manchmal, wenn wir Ziele setzen. Warum? Weil wir manchmal damit vielleicht Druck verbinden. Also ich kenne das zumindest sehr, sehr gut. Wenn ich mir ein Ziel setze und dann fragt mich jemand anderes, bis wann wirst du das denn geschafft haben, dann fühle ich Druck. Das ist nicht so schön. Wir haben das auch ganz toll benannt. Wir nennen das Deadline. Um Gottes Willen, das klingt so, als wenn du da drüber kommst, dann bist du tot. Ziele sind ganz schön, aber sobald sie eine Terminierung haben, sobald sie ein Deadline haben, ist das teilweise unangenehm. Und trotzdem ist das wichtig. Warum ist das wichtig? Weil es eben für andere das, was du tust, transparent macht. Wir kennen das aus der Corona-Pandemie. Da haben wir schon einige Einschränkungen gehabt. Ganz wichtig dabei war doch aber auch, dass die Leute wissen wollten, wie lange dauert es denn? Und natürlich konnte niemand an der Regierung sagen, Leute, ich habe das hier immer so durchgerechnet. Stellt euch nochmal auf fünf Monate, drei Wochen und vielleicht plus ein, zwei Tage noch ein. Konnte keiner sagen und dementsprechend war die Stimmung. Und das ist deshalb einfach ganz so wichtig, weil wir immer wissen wollen, wie lange dauert es? Wie lange dauert die Überfahrt? Wann sind wir da? Warum ist das so? Weil wir wissen wollen, mit wie viel Energie muss ich mich auf den Weg machen? Weißt du, wenn du einen Dauerlauf machst, wenn du so eine Art Marathon läufst, dann gehst du mit einer anderen Energie rein, als wenn du einen Sprint läufst. Das ist doch klar. Ein Sprinter rennt doch viel schneller als jemand, der eine Stunde oder zwei oder viele Stunden unterwegs ist. Wichtig ist nur, dass wir das nicht verwechseln. Dass wir nicht mit der Intensität eines Dauerlaufs einen Sprint machen. Dann kommen wir nämlich sehr spät an. Und wenn ich es sogar noch umgekehrt verwechsel und mit einer Intensität eines Sprinters einen Dauerlauf absolvieren möchte, dann komme ich nie an. Das wissen wir auch. Das ist auch alles völlig klar. Aber trotzdem ist es in unserem Alltag ganz, ganz wichtig, weil wir uns nämlich immer mal wieder, so beobachte ich das zumindest, mal Ziele setzen, bei denen wir es versäumen, uns einen klaren Termin zu nehmen, wann wir ankommen. Weil wir das vielleicht als Druck empfinden. Dann ist das aber gar nicht klar. Hey, Moment, ich habe hier zwar ein Ziel vor Augen, ich weiß auch grob, was es sein soll, aber ich weiß jetzt ja gar nicht, soll ich da hin sprinten oder soll ich da hin so locker joggen? Du guckst an den Horizont und siehst einen Berg und du willst darauf zurennen, dann überlegst du dir auch, schaffe ich das, während ich hier Vollspeed gebe, da überhaupt anzukommen? Deshalb brauchen wir Termine. Wir brauchen Termine. Sobald du weißt, hey, dann und dann ist es vorbei, dann und dann bin ich angekommen, zum einen kannst du anderen Rechenschaft ablegen, aber viel wichtiger, in meinen Augen noch, es motiviert dich überhaupt erstmal. Wenn du weißt, das ist jetzt eine embärmungsreiche Zeit, das ist eine Zeit, in der ich mich richtig reinhängen muss und es kostet auch Arbeit, es kostet Mühe, es kostet Kraft, auf dem Weg zum Ziel zu sein, dann ist das doch was ganz anderes, wenn du weißt, okay, ich bin in einem Jahr oder einem halben Jahr oder in drei Monaten ist das rum, da bin ich da. Deshalb frage dich immer mal wieder, wenn du dir ein Ziel setzt, wenn du dir sagst, ich will das und das machen oder ich möchte das und das in Zukunft anders machen, kannst du dir einen Termin setzen. Du kennst das bestimmt vielleicht auch, dass du das, dass man, wenn man Termine setzt, das auch mit anderen abstimmt, dass man das kommuniziert, dann ist es ein bisschen verbindlicher. Aber vor allen Dingen geht es mir darum, setz dir gerne einen Termin. Und da kommen wir zum nächsten Punkt, wenn wir uns schon Termine setzen, dann bitte ich dich, streiche aus deinem Wortschatz das Wort Deadline. Und wenn du jetzt die Gegenfrage stellst, was ist deine Deadline, herzlichen Glückwunsch, da bist du in einem glücklichen Leben. Nein, tatsächlich, Spaß beiseite, Deadline ist ein ganz fürchterliches Wort. Warum? Weil es uns suggeriert, wir müssen bis zu dem Ziel fertig sein, bis zu diesem Termin müssen wir fertig sein, wir dürfen über diese Linie nicht hinüber. Wir dürfen sie nicht überschreiten und noch nicht fertig sein. Da bitte ich dich, pass da sehr, sehr, sehr auf. Denn eines ist wichtig, wenn du dir einen Termin setzt, damit du dein Ziel mit deinen Ressourcen richtig geplant erreichen kannst, dann dient dieser Termin dir und deinem Projekt oder euch und eurem Projekt. Aber es sollte nicht umgekehrt sein. Die Deadline sozusagen dient dir und nicht umgekehrt. Nicht du, deiner Ziellinie, deiner Deadline. Und dementsprechend achte also gerne darauf, wie weit wird dieser Termin des Ankommens zum Selbstzweck, weil dann hast du ein Problem. Entweder du merkst auf dem Weg dahin, hey, die Zeit wird knapp, ich schaffe das nicht mehr, dann drehst du unter Umständen ein bisschen durch, du kriegst richtig Stress. Manchmal ist Stress nicht vermeidbar, nicht komplett negierbar. Manchmal ist es so, dass wir Termindruck haben. Aber ich bitte dich, hinterfrage diesen Termindruck. Ist er dir vorgegeben? Ist er so vorgegeben, dass du daran nicht rütteln kannst? Ist er auch in dem Gesamtkontext einfach nicht verrückbar, weil ganz viele Sachen davon abhängen? Dann ist alles in Ordnung, dann ist das so. Manchmal müssen wir da durch. Aber wir kommen auch oft in Terminsituationen hinein, bei denen wir, wenn wir genau hinsehen, feststellen dürfen, diesen Termin, den habe nur ich mir gesetzt. Nur ich. Ich bin der Einzige, den ich überzeugen muss, dass ich vielleicht noch einen Monat länger brauche. Oder den Termin habe ich mit jemandem ausgemacht und ich möchte jetzt nicht zu demjenigen gehen und sagen, du, dauert noch eine Woche länger. Das geht nicht, das macht man nicht. Doch, das macht man, und zwar, indem man hingeht und sagt, es dauert noch eine Woche länger, da passiert nichts. Wir dürfen das tun, das ist ganz wichtig sogar. Weil sonst fangen wir an, uns Stress zu machen in Situationen, in denen wir überhaupt keinen Stress bräuchten, weil es gar nicht nötig wäre. Und wenn ich hier über Stress rede, rede ich immer darüber, wie viel Kraft hast du und wo geht der Kraft verloren. Und wir brauchen Kraft. Wir brauchen Kraft für so viel. Und wenn wir Kraft übrig haben, dann ist das sogar noch besser, weil dann können wir sie in Bereiche investieren, die uns gut tun. Auftanken. Das bedeutet aber letzten Endes, habe bitte einen Blick auf deine Deadline. Und wenn du auf einem selbst gesetzten Zielweg bist und feststellst, diese Deadline wird nicht erreicht, ich bleibe jetzt mal bei diesem Wort kurz, wenn diese Deadline nicht erreicht wird, also wenn du feststellst, an diesem Termin bin ich noch nicht fertig, dann um Gottes Willen komm nicht auf die Idee zu sagen, ja dann stecke ich es. Jetzt reicht es mir auch. Du kennst doch bestimmt diesen Witz, den haben wir uns damals in der Schule immer erzählt. Zwei wollen aus dem Gefängnis ausbrechen und dieses Gefängnis hat 100 Mauern. Und die beiden klettern über die erste Mauer, über die zweite, über die zehnte, über die hundertste, ne über die neunzigste und bei der neunundneunzigsten Mauer sagen sie anschließend, weißt du was, lass uns umkehren, wir kommen nie an. Weißt du was ich meine? Wir gehen oft bis ganz kurz vor das Ziel und wollen dann vielleicht nicht mal weiter, weil wir sagen, jetzt reicht es mir auch. Davon möchte ich dich bewahren. Eine Ziellinie, ein Termin ist immer einer, der dir dienen darf. Nicht umgekehrt und ein Termin sollte nicht zu einem Selbstzweck werden. Wenn du das in deinem Unternehmen feststellst, dass du auch immer wieder Terminen so hart hinterher rennst, dass du da kaum Land siehst, dass du immer wieder im totalen Druck bist, dann wäre die Frage, ist das so nötig und dann wäre die Frage, wo kann man etwas verändern, dass sich das ein bisschen entschärft. Ein Leben im Termindruck ist per se ein kürzeres Leben. Das ist leider eine Tatsache. Ich möchte jetzt hier nicht so hart reden, aber ich glaube du weißt was ich meine. Die Frage nach dem Termin ist sehr stark verknüpft mit der Frage, wie viel Energie steckst du rein und wie viel Energie hast du, wenn du fertig bist. Wie viel Energie hast du noch? Wenn du völlig am Ende bist, weil du es gerade noch so geschafft hast, ist das sehr schade. Manchmal ist das so, aber es sollte nicht zur Regel werden. Ich kenne Menschen, die setzen sich sehr gerne Deadlines und reiben sich daran kaputt, weil sie zu streng mit sich sind, weil sie einfach nicht bereit sind zu sagen, okay, dann schaffe ich es nicht bis dahin. So, langes Plädoyer gegen Deadlines. Also ab jetzt nehmen wir einen großen Rotstift und streichen dieses Wort Deadline und nehmen einfach mal das Wort Termin oder vielleicht sogar Terminvorschlag. Andererseits ist es natürlich sehr wichtig, das haben wir schon festgestellt, wenn ich weiß, wann ich fertig sein möchte und ich das auch ein bisschen gegenprüfe, ob das realistisch ist, dann weiß ich auch mit wie viel Energie ich reingehe. Und dann bin ich auch bereit, mehr Energie zu investieren, weil ich weiß, dann ist es ja auch fertig. Soweit. Wir sind bei diesen smarten Zielkriterien, sind wir so ein bisschen durch alle Punkte durchgegangen. Ich möchte es ganz kurz noch mal zusammenfassen, um da noch ein kleines Thema hinten ranzuhängen. Also der erste Punkt war spezifisch. Hast du dein Ziel spezifisch ausformuliert? Also sagst du, ich möchte grob in diese Richtung oder sagst du, ich möchte auf diesen Punkt? Die nächste Frage war, wie sieht es aus, wenn du angekommen bist? Also die Messbarkeit ist das Thema. S. Das nächste war M, wie Messbarkeit. Dann kommt das nächste Buchstabe A, wie attraktiv. Also wie attraktiv ist das Ziel? Und auch die Frage, ist das überhaupt dein Ziel? Oder rennst du Erwartungen und Ideen anderer hinterher, was man so macht und was man so nicht macht? Dann die Frage, wie realistisch ist das Ganze? Und heute die Frage, wann kommst du an, wie lange dauert es noch? Daran hängt natürlich auch das Thema, kannst du dir, das möchte ich gar nicht groß ausführen, dieses Ziel in kleinere Teilziele unterteilen? Das ist aber etwas, das wirst du sicherlich ganz oft schon gehört haben. Da möchte ich gar nicht groß drauf eingehen. Was mir jetzt viel wichtiger ist, ist die Frage, wo hast du Lücken in deiner Zielplanung? Wo hast du Lücken in deiner Zielplanung? Also zum Beispiel hast du oft die Idee, etwas verändern zu wollen, aber darfst du es vielleicht ein bisschen klarer, ein bisschen genauer ausformulieren? Ist es etwas bei dir, dass du dich öfter mal dabei ertappst, dass du Zielen hinterher rennst, die aber gar nicht deine Ziele sind? Das Thema Attraktivität. Bist du vielleicht jemand, der sich ein Ziel anguckt und sagt, das schaffe ich nie? Dann hast du vielleicht die Frage nach der Realisierbarkeit schneller beantwortet als durchdacht. Oder bist du jemand, der eben vielleicht an Deadlines zerschellt oder sich diese Termine gar nicht ersetzt, weil er sie vergisst? Wo hast du Lücken? Und ich möchte dich mal einladen, schau mal ein bisschen durch deinen Alltag durch, wie oft oder wo du dir Ziele setzt und diese fünf Punkte spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert nicht einbaust. Genauso darf man sich auch fragen, gehe ich denn überhaupt in eine Wahrnehmung rein, dass ich gerade ein Ziel verfolge? Wenn du jetzt zum Beispiel feststellst, hey, ich bin in meinem Beruf unfassbar unzufrieden. Jeden Tag quäle ich mich dahin. Ich wünschte, das wäre anders. Am liebsten würde ich mir was Neues suchen. Da wäre die Frage, wie realistisch, äh, nee, Quatsch, die wäre die Frage nach den Zielkriterien eine sehr kurze, denn das ist nicht spezifisch, du hast alle Punkte nicht durchdacht. An der Stelle wäre dann die Frage, wie kannst du das klarer machen? Ja, wenn wir sagen, ich wünschte, es wäre anders oder du sagst, eines Tages gehe ich hier weg, eines Tages suche ich mir, wenn das so weitergeht, einen anderen Beruf oder bewerbe mich bei einer anderen Firma, dann wäre doch die Frage, mach das doch mal spezifischer. Mach das mal genauer, mach das greifbarer. Zum Beispiel, bis wann willst du das denn noch aushalten? Setz dir einen Termin. Ich kenne das, das habe ich doch schon mal erzählt, wenn ich in einer sehr intensiven Zeit bin, in der ich mich sehr herausgefordert fühle, dann neige ich dazu oder dann mache ich das oft so, dass ich mir einen Termin setze, wo ich sage, bis dahin ziehe ich das doch noch durch. Wenn das bis dahin nicht besser ist, dann muss ich was grundlegend verändern. In diesem Sinne wünsche ich dir einen scharfen, einen klaren Blick für die Ziele, die du noch nicht formuliert hast, aber auf dessen Weg du vielleicht schon bist. Und auch ein Bewusstsein dafür, dass bevor du dich auf den Weg machst, vielleicht einige oder alle dieser smarten Zielkriterien abfragen darfst. Hab eine gute Zeit und wenn du Lust hast, schreib mir mal über podcast@christianbord.de. Wie war es für dich, hier fünf Folgen in einer Reihe miteinander zusammenzuhängen? Ist das etwas, was dir hilft, auf dem Weg zu bleiben, in so einem Fokus zu bleiben? Oder wünschst du dir eher einzelne Folgen, die jeweils für sich geschlossen sind? Weiterhin freue ich mich über euer Feedback und auch vielen lieben Dank weiterhin für all die Zeilen, die ihr mir schreibt. Das ist etwas ganz Besonderes. Tatsächlich, darauf war ich als Podcaster am Anfang nicht vorbereitet, dass es so schönes Feedback gibt. Vielen lieben Dank euch. Auf bald, euer Trainer und Coach Christian Bott.
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