#044 - Dein innerer Coach - Selbstführung für Alltag und Beruf
Shownotes
In dieser Folge geht es darum, wie wir uns selbst begegnen - nicht nur im Sieg oder in der Niederlage, sondern jeden Tag.
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Christian Bott - der mit dem Schwert coacht. Fechtmeister • Speaker • Trainer • Coach
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Transkript anzeigen
Heute möchte ich mit dir den Blick auf einen ganz anderen Bereich lenken. Wir haben die letzten Wochen uns viel mit Zieldefinition auseinandergesetzt, mit Strategien, wie du dein Ziel erreichst. Und heute möchte ich deinen Blick auf einen anderen Bereich lenken, der sehr wichtig ist, der auch unabhängig von dem, was wir letzte Woche gemacht haben und die Wochen davor steht. Vorweg vielleicht die Frage, wie stellst du dir einen guten Trainer vor? Wie soll dieser Trainer das Beste, was in dir ist, herausholen? Wie geht dieser Trainer auf dich zu? Wie redet er mit dir? Wie ist sein Tonfall oder ihr? Ich sage es mal, der Trainer kann natürlich genauso deine Trainerin sein. Wie geht dein Trainer mit dir um? Wie geht er damit um, wenn du deine Ziele nicht erreichst? Wie gehst du, wie geht dein Trainer auf dich zu, wenn du zum hundertsten Mal die gleiche Korrektur wieder benötigst? Und wie reagiert dein Trainer auf dich, wenn du sagst, sorry, ich schaffe das hier nicht. Ich schaffe das gerade nicht. Ich brauche eine Pause. Wie geht dein Trainer mit dir um, wenn du den Glauben an dich selbst verlierst? Wo ist dein Trainer und wie ist er für dich da, wenn du die größten Niederlagen auf deinen Schultern tragen musst? Und wo ist dein Trainer für dich, wenn du die größten Siege nach Hause führst? Wie ist für dich ein guter Trainer? Und wenn sich jetzt so in dir so nach und nach ein Bild formt von einem Trainer, wo du sagst, ja, das ist für mich ein guter Trainer, dann spreche ich als Kollege zu dir. Ich weiß nicht, ich hoffe, ich bin ein guter Trainer, aber ich bin auf jeden Fall ein Trainer. Und ich frage dich jetzt, wie, was für ein Trainer bist du dir selbst? Um den geht es nämlich hier ganz besonders. Was für ein Trainer bist du dir selbst? Gehst du mit dir so um, wie ein guter Trainer mit jemand anderem umgehen sollte, wie ein guter Trainer mit dir umgehen sollte? Wie sind die Ansprüche deines inneren Trainers an dich? Fordern sie dich heraus? Holen sie das Beste aus sich heraus? Spürst du, wie jemand an dich glaubt? Oder machen diese Ansprüche dir das Leben schwer? Setzt es dich unter Druck? Und hier an der Stelle ganz kurze Randbemerkung. Vorsichtig, wenn man sagt, ich kann am besten unter Druck arbeiten. Das ist nicht Druck, das ist Ansporn. Druck ist was ganz anderes. Druck heißt, wenn du das nicht schaffst, dann ist die Hölle los. Wenn du das nicht schaffst, zieh dich warm an. Wenn du das nicht schaffst, dann gnade dir Gott, denn ich werde es nicht tun. Das ist Druck. Das ist was anderes. Ich arbeite am besten unter Druck. Das sollte umformuliert werden. Ich arbeite am besten unter Ansporn oder was auch immer, aber nicht Druck. Druck macht deine Schultern schwer, belastet dich und lässt dein Gang langsamer werden. Ein Trainer, der unter Druck setzt, hemmt den Entwicklungsprozess seines Schülers oder seiner Schülerin. Und wer jetzt widerspricht, da gerne kurz drüber nachdenken, ist es wirklich Druck oder ist es ein anderes Wort, was du brauchst, wenn du sagst, du arbeitest am besten unter Druck. Klammer zu, Randbemerkung zu Ende. Was bist du dir für ein Trainer? Und hier an der Stelle frage ich dich weiter, dieser Trainer in dir, welchen Tonfall wendet dieser Trainer an? Ist das ein Tonfall, der erbauend ist oder ein Tonfall, der niedermacht? Ist es ein bewertender Tonfall, ein verurteilender Tonfall? Wie gehst du da mit dir um? Wie geht dein Trainer mit dir um? Und an der Stelle vielleicht auch die Frage, wenn du einen Trainer hast, der verurteilt, dann kann man sich doch fragen, wofür? Also ganz ehrlich, das kennst du doch auch. Wenn man irgendwo einen Fehler macht, wenn man irgendwo richtig Mist gebaut hat, ich beurteile das jetzt auch, wenn wir jetzt irgendwo richtig Mist gebaut haben, dann ist uns das selbst schon klar. Man fängt relativ an sich auch zu ärgern. Der innere Trainer dreht hohl. Weißt du, was du dann nicht brauchst? Dass jemand von außen sagt, dass das Mist war, was du gemacht hast. Das weißt du nämlich schon. Und wir kennen das vielleicht auch aus der Kindheit. Es ist irgendwas runtergefallen, man hat irgendwas kaputt gemacht. Wovor hat man jetzt Angst? Wie die anderen reagieren. Und ich beobachte ganz oft bei Menschen, dass sie selbst aber diejenigen sind, die genau so hart reagieren, wie das, was sie im Außen gar nicht wollen. Wie gehst du mit dir um, wenn du richtig versagst? Verurteilst du dich? Bewertest du dich, was du tust? Das war schlecht, das war scheiße. Tust du das? Ich sollte das nicht tun. Ich sollte nicht in meine Fechthalle gehen und zu einem Schüler oder einer Schülerin sagen, dein Oberhau, deine Technik ist der allerletzte Mist. String dich an. Ey, verdammt noch mal. Jede Woche der gleiche Kram mit dir. Ich halte es nicht mehr aus. Ich meine gerade, wie abwegig das wäre, wie abwegig das wäre, dass ich auf so jemanden so zugehe. Also dann hätte ich bald keine volle Halle mehr. Keine volle Hallen. Das geht nicht. Und das will ich auch gar nicht. Das ist auch gar nicht mein Impuls. Ich will Menschen noch zum Wachstum bringen und sie nicht niedermachen. Das ist alles klar. Und doch beobachte ich auch bei mir immer mal wieder, wie mein innerer Trainer mit mir nicht ganz so nett ist. Nicht ganz so wohlwollend und liebevoll spricht. Gerade dann, wenn wir Fehler machen, wenn uns Missgeschicke gelingen, Missgeschicke passieren, die uns immer wieder heimsuchen. Die uns immer wieder passieren, wo wir dann hin und wieder auch einfach die Geduld verlieren. Wir wünschen uns aber, dass der Trainer um uns herum, der uns begleitet, die uns begleitet, die Trainerin, dass wir da Geduld erfahren. Das ist am besten, dem Trainer oder Trainerin in dir völlig egal ist, ob du das zum hundertsten falsch machst. Sondern dass man hört, es ist in Ordnung. Dann ist im hundertsten Mal der Fehler unterlaufen. Dann lass es uns noch mal anders versuchen. Dann lass es mich dir noch mal anders erklären. Ich bin so lange für dich da, bis du es geschafft hast. Das ist der Job. Machen wir das innerlich mit uns. Machst du das innerlich mit dir. Ich möchte dich von Herzen einladen, wenn du mit dir innerlich, ich sage jetzt mal, redest, bewerten, rauszunehmen. Auch nicht zu verurteilen. Du darfst natürlich sagen, das was ich letzte Woche oder gestern gesagt habe, das war nicht gut. Aber es ist ein Unterschied, ob ich die Tat beleuchte und feststelle, ob es mir dient oder nicht. Feststelle, ob sie günstig war oder nicht. Ob es hilfreich war oder nicht. Erbaulich oder nicht. Oder ob ich an der Stelle sage, das war einfach nur schlecht oder noch besser. Was bin ich für ein Idiot? Das machen wir sehr schnell. Und da lasst uns doch einfach mal heute sagen, damit ist Schluss. Damit ist Schluss, wenn du jemand bist, der dich gerne schon mal etwas schneller verurteilt, als es dir lieb ist, dann sollte damit Schluss sein. Und zwar sofort. Zumindest als Beginn eines Prozesses. Ich möchte dich einladen, mal zu überlegen, wie müsstest du denn mit dir umgehen, wenn du wirklich liebevoll und wohlwollend dir begegnest. Weil hey, du verbringst die meiste Zeit mit dir. Mehr als jeder andere. Du solltest mit dir klarkommen. Du solltest dich - und jetzt wird es spannend - sogar mögen. Und als erstes vielleicht wirklich die Frage, wie ist der Ton? Wir nehmen das als Menschen sehr, sehr wahr und wichtig, wie andere mit uns reden und welchen Ton sie anschlagen. Deshalb schlage dir selbst einen wohlwollenden Ton an. Wie begegnest du dir selbst? Wie begegnest du dir morgens beim Aufwachen? Was sind deine ersten Gedanken über dich? Was denkst du, wenn du in den Spiegel siehst? Du kannst sagen, ich möchte gerne stärker werden, ich möchte gerne abnehmen. Das kannst du alles sagen. Aber mach es wie ein wohlwollender Freund, der neben dir steht und dir auf die Schulter klopft und sagt, hey, schaffen wir. Wie gehst du mit dir um am Ende des Tages? Wie gehst du mit dir um, wenn du auf das schaust, was du getan hast, wie du geredet hast, wie du gehandelt hast, was du geschafft hast, was du nicht geschafft hast? Und weißt du, wenn wir anfangen, da anders mit uns umzugehen, wenn du anfängst, anders mit dir umzugehen, dann verändert sich auch ein ganz wichtiger Blick. Denn oftmals fragen wir nicht, wie geht es mir? Sondern oftmals schauen wir in uns rein und fragen, funktioniere ich? Komme ich mit dem, was gerade gefordert wird, klar? Kriege ich das hin? Wir fragen einander auch, kriegst du das hin? Hier geht es nicht darum, ob du funktionierst. Natürlich müssen wir funktionieren. Aber das sollte nicht das Ende des Gesprächs, des inneren Gesprächs mit uns sein, sondern das sollte vielleicht der Anfang sein. Wenn ich feststelle, ich funktioniere nicht, dann darf ich mich doch fragen, was brauche ich denn, damit ich funktioniere? Was hilft mir? Was ist mein Bedürfnis? Was liegt gerade brach? Da gehen wir oftmals drüber. Das machen wir mehr als oftmals als bei anderen Menschen. Wenn wir merken, jemand anderes kommt gerade nicht klar, dann fragen wir, hey, kann ich dir helfen? Hey, was ist los? Was brauchst du, damit du irgendwie wieder auf die Beine kommst? Und oftmals machen wir das mit uns selbst nicht, sondern sind da ungeduldig und fragen uns, warum kriege ich das wieder nicht hin? Oder wollen, dass wir es endlich hinkriegen? Deshalb frage dich gerne, wie geht es dir gerade? Frag dich das immer mal wieder und horche rein, ob da Bewertung kommt, Verurteilung und auch, ob diese Frage, der nicht eigentlich bedeutet, funktioniere ich gerade? Funktionieren ist richtig und das ist auch in Ordnung, aber wie gesagt, es sollte nicht das Ende des inneren Gesprächs sein. Also noch mal zusammenfassend, zum Anfang die Frage, wie ist für dich ein guter Trainer oder eine gute Trainerin? Jemand, der am Rand steht und dich stets begleitet durch deine tiefsten Herausforderungen. Jemand, der für dich da ist, wenn du fällst. Jemand, der dich anspornt, wenn du es noch nicht geschafft hast. Und jemand, der mit dir feiert, wenn du deine Siege einfährst. Wie sollte dieser Trainer oder diese Trainerin sein? Stell sie dir gerne im Anschluss an diese Podcast-Folge noch mal ganz in Ruhe vor. Und dann stell dir die Frage, wo darf dein innerer Trainer oder deine innere Trainerin noch wachsen? Wo darfst du was verändern? Vielleicht auch im Umgang mit anderen, aber mir geht es heute vor allen Dingen um dich, wie du mit dir umgehst. Und dann lade ich dich ein, lass dir selbst dieser Trainer sein. Wenn du verbringst, wie ich schon gesagt habe, die meiste Zeit mit dir und weißt du, wenn andere dich verurteilen, dann wird das ganz anders für dich sein, wenn du dich selbst als Trainer nicht verurteilst. Denn das reichen wir immer durch. Es ist ganz schwer, jemanden wirklich ins Mark zu erschüttern und zu verurteilen, wenn er oder sie selbst das nicht schon längst getan hat. Und an der Stelle, wenn du einen guten Trainer hast oder eine gute Trainerin und jemand sagt diesemjenigen oder der Trainerin, dein Schüler hat mir wieder richtig Mist gebaut, der bringt es doch nicht, dann wird dein Trainer sagen, halt die Klappe. Ich weiß, was er oder sie kann. Ich habe das schon länger gesehen, als du heute hier redest. Und wenn du was wissen willst, dann sage ich dir, hau ab. Aber so redest du nicht mit meinem Schüler oder meiner Schülerin. Jemand ist in dem Moment nicht nur Trainer, sondern Mentor, Verteidiger, Freund, wie auch immer. Und das darfst du dir werden. Also in diesem Sinne bitte ich dich um Aufmerksamkeit für deinen inneren Ton mit dir selbst. Viel Erfolg dabei. Ich freue mich sehr auf dein Feedback. Vielleicht hast du Lust, mir zu schreiben, was für dich ein guter Trainer ist. Unter podcast@christianbott.de. Würde mich sehr interessieren und auch vielleicht, wo hier und da noch Wachstum ist. In diesem Sinne, habt eine gute Zeit. Wir hören uns bald wieder. Dein Trainer und Coach Christian Bott.
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