#045 - Jenseits der Hoffnung: Der Weg zur effektiven Strategie
Shownotes
In dieser Folge geht es darum, wie wir mit dem Umgehen, was wir nicht einschätzen oder kontrollieren können.
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Transkript anzeigen
Wenn wir vor einer Herausforderung stehen, dann fühlt sich das oft an wie ein Kampf, oder? Und weißt du, was alle Kämpfe gemeinsam haben, oder zumindest die meisten? Wir haben nicht alles unter Kontrolle. In der Fechthalle sieht man das ganz deutlich. Und da haben wir auch ein Gegenmittel dafür. Eine Strategie. Nicht nur in der Fechthalle, wenn ich mich auf eine gefährliche Situation einlasse, dann brauche ich eine klare Strategie, wie ich dahin durchkomme. Und das sehe ich in der Fechthalle. Es werden Kämpfe geführt mit einer klaren Vorstellung davon, wie der Gegner oder die Gegnerin zu überwinden ist. Und in dieser Strategie kommt oft eines nicht vor. Der Gegner oder die Gegnerin. Warum nicht? Weil oft eine Strategie erarbeitet wird, ohne auf dem Schirm zu haben, was der Gegner tun könnte. Da werden Angriffe geführt, in der Hoffnung, der Gegner ist langsamer als man selbst. Da werden Täuschungsmanöver aufgebaut, in der Hoffnung, die Gegnerin fällt drauf rein. Und Hoffnung ist an diesem Punkt ein ganz, ganz gefährlicher strategischer Ratgeber. Und so oft bringen wir die Hoffnung zur falschen Zeit in unsere Strategie rein. Je größer das ist, was wir nicht einschätzen können, je größer das ist, was wir nicht unter Kontrolle haben, desto größer ist der Hoffnungsanteil. Da bereitet man sich auf eine Prüfung vor. Vielleicht kennst du das. Da hast du dich auf eine Prüfung vorbereitet und hast vielleicht gehofft, dass nicht die Fragen drankommen, die du nicht so gut auf dem Schirm hattest, bei denen du nicht so sicher warst. Und das muss nicht nur eine Prüfung sein. Das kann ein Unternehmenskontext sein. Wenn wir den Markt uns ansehen und uns überlegen, wie wollen wir unser Unternehmen weiterführen, wie wollen wir unser Unternehmen im kommenden Jahr am Markt positionieren, dann bleibt ein gewisser Bereich der Hoffnung, dass sich der Markt auch so entwickelt, wie wir das vorausgesehen haben oder zumindest mal prognostiziert haben. Hoffnung kommt so oft vor und fast in jeder Strategie. Ich möchte dich nur einladen, dass du genau hinsiehst, wo ist die Hoffnung in deiner Strategie versteckt. Das ist wichtig. Hoffnung oder eben auch natürlich das Gegenteil, dass du da Hoffnungslosigkeit hast. Wir kennen das übrigens. Das kennst du bestimmt auch, wenn du dich auf eine Herausforderung einlässt und im Vorfeld dir denkst, das schaffe ich nie. Und dann geht die Vorbereitung los und du beleuchtest das genauer und stellst fest, ja doch, das ist irgendwie machbar. Genauso. Umgekehrt natürlich auch. Du bereitest dich auf eine Situation vor, gehst durch die Herausforderung hindurch und versagst. Und im Nachhinein fragst du dich, was ist passiert? In der Fechthalle fragen sich Fechter und Fechterinnen, warum klappt meine Strategie heute nicht, obwohl sie doch letzte Woche noch wunderbar geklappt hat, bei der gleichen Gegnerin? Weil eben Variablen vorkommen, die wir als solche oftmals nicht erkennen oder zumindest nicht wahrnehmen. Und da möchte ich dich für sensibilisieren, dass in deiner Strategie der Hoffnungsanteil möglichst klein ist. Strategie bedeutet, klar zu wissen, was habe ich unter Kontrolle und was habe ich auch nicht unter Kontrolle. Und dann brauchen wir, wenn wir diese Bereiche, die wir nicht unter Kontrolle haben, brauchen, da brauchen wir auch eine klare Vorstellung davon, was könnte denn passieren, möglicherweise. Nicht nur, das ist jetzt hier ein dunkler Bereich, sondern ich muss auch beleuchten, was habe ich denn für Möglichkeiten, die mir da begegnen können. Habe ich dann einen Plan B für ein anderes Szenario? Habe ich einen Plan C für ein weiteres Szenario? Oder bleibt an der Stelle einfach nur der Mantel der Hoffnung über den Unbekannten und ich hoffe halt, dass es gut geht? Ich hoffe halt, dass es gut geht, das erlebe ich im Fechten meistens an der falschen Stelle, dass eben wie ich es gerade beschrieben hatte, Angriffe geführt werden in der Hoffnung, dass der Gegner nicht ganz anders reagiert. Das würde aber bedeuten, im übertragenen Sinne, wenn der Gegner anders reagiert, als man sich erhofft hatte, dann ist der Worst Case eingetreten. Beim Schwert gibt es keine zweite Chance, zumindest nicht in der symbolischen Betrachtung. Ich kann nicht einfach losgehen und sagen, ich habe mal eine tolle Idee, wie ich meinen Gegner überwinden möchte und ich hoffe mal, dass es klappt. Das geht nicht. Oftmals machen wir das aber tatsächlich in unserem Alltag. Das ist nicht immer so schlimm, weil nicht immer die Worst Cases eintreten, aber der Worst Case kann doch auch einfach nur sein, dass du im Nachhinein das Gefühl hast, der Situation völlig ohnmächtig ausgeliefert gewesen zu sein. Weil du gar nicht dir greifbar machst, dass du vielleicht an dem Versagen, was hinter dir liegt, kaum einen Anteil trägst. Dass vielleicht etwas eingetreten ist, was du beim besten Wissen und Gewissen nicht auf dem Schirm haben konntest. Manche Dinge sind ganz einfach. Wenn wir uns eine Grillparty am Wochenende planen und es regnet, kommen wir auch nicht auf die Idee, uns zu grämen, weil das Wetter schlecht ist. Also natürlich ist man dann ein bisschen traurig, aber man nimmt sich das ja selbst nicht übel. Und warum? Weil wir ganz klar wissen, was von oben kommt, haben wir nicht unter Kontrolle. Das ist auch manchmal ganz gut. In anderen Feldern wünsche ich mir, dass wir da aber klarer sind, ebenfalls so klar sind und das ganz deutlich voneinander trennen. Was haben wir unter Kontrolle und was nicht. Und da ist eben die Frage auch, ist der Worst Case ausgeschlossen oder ist hier Hoffnung? Und Hoffnung hat bei der Frage nach dem Worst Case bitte nichts verloren. Der Worst Case kann ein finanzieller Worst Case sein. Der Worst Case kann tatsächlich ein Worst Case der Sicherheit sein. Wenn zum Beispiel ein Raketenstart verschoben wird, hat man an anderer Stelle schon, dann wird nicht gehofft, dass die Winde die Rakete dann doch nicht beeinflussen, sondern es wird der Worst Case ausgeschlossen. Beim Thema Arbeitssicherung ist auch der Aspekt der Hoffnung relativ gering. Im Fechten ziehen wir eine Fechtmaske auf, nicht weil wir keine Kontrolle hätten, sondern weil der Worst Case ansonsten nur der Hoffnung gegenüber steht, dass nichts passiert, dass nicht zum falschen Zeitpunkt man vielleicht ausrutscht oder der andere ein Missverständnis hat und auf einmal an der eigenen Klinge hängt. Hoffnung ist also ein ganz, ganz schlechter strategischer Ratgeber. Hoffnung hat in deiner Strategie an den Stellen, an denen es drauf ankommt, nichts verloren. Wenn alles durchgeplant ist, wenn du all die Bereiche auf dem Schirm hast, die du schlecht einschätzen kannst, wenn all das soweit klar ist, dann darfst du natürlich auch hoffen, aber nicht an den Stellen, an denen es belastbar sein muss. Du baust ja auch keine Brücke oder wir bauen ja auch keine Brücke über den Fluss und hoffen, dass die da nicht einstürzt. Das wird berechnet im Vorfeld. Hoffnung hat in der Strategie in der Regel nichts verloren, solange die Strategie nicht endgültig feststeht, solange die Strategie nicht in den kleinen Details durchgeplant ist. An der Stelle wünsche ich dir also einen klaren Blick. Einen klaren Blick für die Bereiche der Hoffnung, die sich gerne tarnen, die wir oftmals nicht entdecken, solange wir nicht genau hinsehen. Übrigens in großen Projekten, in öffentlichen Strategien, da wird das oft, nicht immer, aber oft besser enttarnt, weil mehrere Menschen drauf blicken. Und hier an der Stelle hilft es natürlich auch, die eigenen Strategien, die eigenen Ideen ruhig mal mit anderen Menschen durchzusprechen, beleuchten zu lassen und zu schauen, ob man hier und da etwas nicht bedacht hat. Und dafür möchte ich dich sensibilisieren, dass du im Vorfeld eben das eine vom anderen unterscheidest, aber auch dann im Nachhinein, wenn du das Ganze dann betrachtest, eben weißt, wo hättest du was ändern können und wo darf man auch im Nachhinein sagen, das hatte ich jetzt beim besten Willen nicht in der Hand. Dann können wir auch ein eventuelles Versagen abgeben und uns frohen Mutes wieder an die nächste Herausforderung machen. In diesem Sinne, danke, dass ich das mit dir teilen durfte. Ja, und ich wünsche dir eine schöne Woche, freue mich weiterhin über dein Feedback und sage auf bald, dein Trainer und Coach Christian Bott.
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