#049 - Disziplin & Fokus: Lektionen aus der Fechtkunst
Shownotes
Wie du Disziplin und Fokussierung aus dem Fechtsport in deinen Alltag übertragen kannst, um Ziele zu erreichen und Herausforderungen zu meistern.
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Fokussiert und diszipliniert. Was lösen diese beiden Worte in dir aus? Bei dem einen oder anderen löst das vielleicht Unbehagen aus oder erzeugt Druck. Gleichermaßen ist es in Unternehmen Teil der Schlüsselqualifikation fokussiert an etwas dranbleiben zu können und die Richtung nicht zu verlieren wofür man ursprünglich sich auf den Weg gemacht hat. Das nicken wir auch ab. Völlig klar. Aber was bedeutet das? Ich nehme dich dafür mal mit in meine Fechthalle in Situationen in denen das ziemlich deutlich wird was es bedeutet fokussiert zu bleiben. Einer der Momente in denen es sehr zum Tragen kommt wie fokussiert du bist ist im Freikampf. Das kannst du dir vorstellen wenn du vor jemanden stehst mit dem du zu fechten hast, dann stehen zwei Interessen gegeneinander. Du möchtest ihn oder sie überwinden, du möchtest dafür sorgen dass er oder sie nicht zu eigenen Taktiken kommt und gleichermaßen versucht dein Gegenüber das gleiche natürlich mit dir. Und jetzt hast du unter Umständen rechts oder links oder in allen Richtungen ein Publikum um dich herum was jede einzelne Aktion von dir zumindest mal beobachtet. Nicht selten ja auch unter Umständen in deinem eigenen Kopf bewertet. Hier geht es sehr genau darum sehr stark darum dass du den Fokus bewahrst. Dass du den Fokus auf deinem Gegenüber bewahrst. Dass du ausblendest was drumherum alles los ist. Und das ist richtig schwer unter Umständen. Ich sehe das jeden Tag in der Fechthalle wie schwer das Menschen fällt das auszublenden. Wir machen dafür regelmäßige Übungen verschiedener Art. Wir machen das so zum Beispiel dass man sich gegenseitig fordern kann. Muss man nicht aber wenn man das möchte kann man sich einander fordern und wenn das passiert dann kommt ein Termin zustande und das findet während dem normalen Training statt dann fechten zwei Fechter und Fechterinnen vor allen anderen und einer Jury ihren Freikampf aus. Das erzeugt ganz schön Druck weil alle zugucken. Noch schlimmer wird es wenn wir interne Turniere veranstalten. Dann haben wir auf einmal 40, 50 Leute die zusehen und genau beobachten was du tust. In der Halle ist es manchmal ist es dann mucksmäuschenstill. Alles ist fokussiert auf das was du machst und was dein Gegner oder deine Gegnerin mit dir macht. Da sind das Situationen in dem man sehr herausgefordert ist sein Fokus zu bewahren und nicht nur darüber nachzudenken was gerade im Publikum vor sich geht. Wie du gerade da stehst vor dem Publikum. Was die Umgebungsbedingungen sind und so weiter und so fort. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt in denen es darum geht zu lernen wie wir den Fokus bewahren. Natürlich ist es im Alltag nicht immer so dass 20 Leute zusehen und trotzdem nehmen wir unsere Umgebung mit hinein. Das kennst du auch wenn du in einer Konfliktsituation bist in einem Konfliktgespräch in dem andere auf einmal mit dabei sind. Passiv dabei sind. Unfreiwillige Zuhörer und Zuhörerinnen sind. Wie auch immer auf einmal bist du nicht mehr Teil einer Konfliktsituation mit deinem Gegenüber sondern auch mit dem Publikum. An der Stelle ist auch die Frage, das gilt auch im Fechten, was kannst du für eine Situation erzeugen die dir es leichter macht. Also muss ich ein Konfliktgespräch zum Beispiel vor zehn Zuhörerinnen führen oder kann ich das natürlich auch im privateren Kontext führen. Im Fechten ist genau das gleiche. Das ist also ein ganz wichtiger Aspekt wie wie gehen wir damit um wenn wir vom Publikum unseren Kampf austragen. Und weißt du was der Fechter oder die Fechterin für einen Vorteil hat gegenüber dir wenn du in einem Konfliktgespräch bist. Der Fechter oder die Fechterin in diesem Forderungskampf kann sich den Tag und die Zeit aussuchen. Das ist wichtig. Also das heißt wenn mich jemand fordert dann angenommen es ist Dienstag und dann können wir ausmachen am Donnerstag treffen wir uns in der zweiten Trainingsanheit und tragen den Kampf aus. Juriert vor allen Leuten. Jetzt habe ich zwei Tage Zeit mich darauf vorzubereiten wie ich in die Situation eintreten möchte und wie ich da durchgehen möchte. Wie ich dem begegnen möchte dass in mir unter Umständen die Tendenz da ist zu viel über das Publikum nachzudenken. Und das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Die Vorbereitung und wenn du in einem Konfliktgespräch auf einmal dich wieder findest und feststellst hoppla hier sind zehn Leute die sich das gerade mit anhören finde ich gerade überhaupt nicht gut. Dann wenn es möglich ist. Ist nicht immer möglich aber wenn es möglich ist wähle den Zeitpunkt. Lade dein Gegenüber ein dieses Gespräch wieder aufzunehmen zu einem Zeitpunkt wenn ihr alleine seid. Und da müssen wir aufpassen weil wir oftmals in Konflikte hineingehen ohne uns diese Umgehungsbedingungen anzusehen. Auf einmal stellen wir fest wir sind mitten in einem Konfliktgespräch mitten in einer Herausforderung in einer Konfrontation. Wundern uns warum das ganze eine Eigendynamik bekommt obwohl wir hätten drauf schauen können was ist hier eigentlich gerade für ein Surrounding. Was ist hier gerade für ein Setting. Dient uns beiden das als Konfliktparteien hier das ganze auszutragen oder sollten wir das vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt machen. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt denn dann holen wir uns die Möglichkeit ins Haus uns vorzubereiten. Ein nächster Punkt ist dein Gegenüber. Natürlich geht es nicht nur darum vor dem Publikum den Fokus zu bewahren oder dem Publikum zu entfliehen sondern es geht ja auch darum was macht dein Gegenüber mit dir. Hier geht es mal um die Frage zu wem hast du Kontakt zu deinem Gegenüber oder zu dir. Du solltest zu beidem Kontakt haben. Das ist gar nicht so leicht. Hier ist ganz wichtig auf dem Schirm zu behalten was dir wichtig ist. Was willst du eigentlich in dieser Konfrontation. Und je mehr dein Gegenüber die Führung übernimmt entweder weil derjenige oder diejenige redegewandter ist oder weil auf einmal Argumente kommen die dich ein bisschen irritieren oder weil du vielleicht einfach nur Angst hast dieses Gespräch in eine falsche Richtung laufen zu sehen. Wie auch immer bestehen viele Möglichkeiten dass du aus dem Blick verlierst was du eigentlich möchtest worum es dir eigentlich geht. Gleichermaßen geht es natürlich auch darum dein Gegenüber wahrzunehmen und auch darauf zu achten was kommt denn da. Was kommen denn da für Themen für Argumente für Emotionen und das mit aufzunehmen. Also den Fokus und den Kontakt zu beiden Seiten zu deinem Gegenüber und zu dir zu bewahren. Das ist gar nicht so leicht und das ist Fokus. Teilaspekt von Fokus. Den Fokus darauf zu halten dass eine Ausgewogenheit in dem Bereich da ist. Und der erste Aspekt ist mir erst mal sich immer wieder zu fragen stimmt hier das Gleichgewicht. Stimmt das Gleichgewicht. Bin ich in der Lage auf dem Schirm zu haben was mein Gegenüber gerade von mir möchte. Was in dem in meinem Gegenüber wirklich vorgeht. Was seine Interessen sind. Nicht nur das was er vordergründig anbringt. Und bin ich gleichzeitig in der Lage auf dem Schirm zu haben was mir dabei wichtig ist und auch was meine Werte sind denen denen ich entsprechen möchte und denen ich treu bleiben möchte. Kann ich da irgendwo eine Ausgewogenheit herstellen. Das gelingt uns nicht immer aber wenn ich merke dass das in eine Richtung komplett kippt. Stop. Setting verändern. Zeitpunkt verändern. Nicht weitermachen. Ganz wichtig. Im Fechten lernt man das auch. Im Fechten habe ich einen Gegner der unter Umständen mich massiv bedrängt mit taktischer also mich taktisch massiv bedrängt und dessen oder deren Ziel es ist dafür zu sorgen dass ich nicht zu eigenen Taktiken komme. Also so sehr auf mich eindrängt dass ich innerlich an nichts anderes denke als an das was mir gleich passieren wird. Und hier muss ich auch wieder dafür sorgen dass ich in diesem Kampf mir Zeit verschaffe. Dass ich mir in diesem Kampf Raum verschaffe wieder Kontakt dazu herzustellen was ich eigentlich will. Was eigentlich meine Ressourcen sind. Was sind meine Stärken. Was sehe ich für Schwächen auf der anderen Seite. Wie kann ich mit meinem Gegenüber umgehen. Und nur weil ich mein Gegenüber überwinden will heißt es nicht dass ich mein Gegenüber nicht wahrnehmen darf. Das ist das Schöne. Diese Zwiespältigkeit. Diese Scheinbare. Wenn ich lerne wie ich im Fechten jemanden überwinde kann ich auch lernen wie ich im Gespräch jemanden wahrnehme und Kontakt aufbaue. Es sind nur verschiedene Vorzeichen. Das Prinzip dahinter ist das gleiche. Hier geht es also darum den Fokus zu wahren oder letzten Endes sich immer mal wieder zu fragen ist da noch eine Ausgewogenheit da. Habe ich noch Kontakt zu meinem Gegenüber und zu mir. Ein dritter Punkt schnüpft da an. Du hast Kontakt zu dir. Dann ist die Frage was erwartest du von dir. Was sind deine Erwartungen. Das kann auch Druck aufbauen. Und je mehr Druck das aufbaut desto mehr verlierst du den Fokus. Du könntest deinen Erwartungen nicht gerecht werden. Weißt du was richtig richtig Angst bereitet. Wenn du Erwartungen, wenn du Angst hast Erwartungen nicht gerecht zu werden die du an dich stellst die eigentlich gar nicht deine sind. Klingt vielleicht ein bisschen eigenartig. Also andersrum die Frage. Das was du von dir erwartest ist das wirklich das was du willst von dir. Oder bist du der Anwalt innerlich von Erwartungen anderer. Wessen Ziel dient gerade das was du von dir willst. Und du kannst in einem Kampf nur dein eigenes Ziel verfolgen. Du kannst keine Ziele verfolgen die andere an dich richten. Und das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Das was du von dir erwartest ist das wirklich das was dir gut tut. Was dich weiterbringt. Was dich erbaut. Was du brauchst was dir was dir dient. Das ist so ein bisschen so ein Thema für mich immer wieder. Wenn wir mit eigenen Erwartungen umgehen. Die Frage ist das wirklich deine eigene Erwartung. Das sind so drei Aspekte die uns ganz schnell aus dem Kampf raus katapultieren. Aus der Herausforderung. Aus der Wahrnehmung dessen was ist heraus katapultieren. Dass wir den Fokus verlieren wegen dem Publikum oder dem Gegenüber oder dem was in uns passiert. Punkt drei den eigenen Erwartungen zum Beispiel. Und wenn wir schon bei uns sind bei dem was in uns vorgeht. Dann können wir auch fragen wo haben wir denn den Fokus nicht nur im Kampf sondern auch darauf was wir wollen. Was du willst. Das hatte ich gerade angesprochen. Aber hier geht es nicht nur um den einzelnen Kampf sondern auch um die Zeit danach. Den Fokus bewahren heißt auch quasi auf dem Ziel ausgerichtet zu sein. Wenn man zum Beispiel mal richtig hart versagt. Du hast zum Beispiel wenn ich mir Fächterinnen und Fächter ansehe. Da hast du zum Beispiel vor in einer gewissen Zeit dich in eine gewisse Wettkampffähigkeit zu bringen oder in eine gewisse technische Perfektion zu bringen oder mit dir selbst besonders in Einklang zu kommen auf eine sehr klare und berührende Art und Weise. Jeder hat verschiedene Ziele. Aber das Fechten hält vieles für uns bereit und so manches davon ist ein Versagen eine Niederlage und so manches davon ist ein Sieg. Und beides will richtig verarbeitet werden. Wenn ich Wettkämpfer und Wettkämpferinnen beobachte wie sie in einem Turnier mal so richtig ich sage jetzt mal überwunden werden. Man könnte salopp sagen verprügelt werden. Auch wenn es nur technisch und taktisch passiert und nicht wirklich körperlich. Da hinterlässt es was. Kannst du dir glaube ich vorstellen. Du gehst in einen Wettkampf rein und du verlierst Strich und Faden. Du denkst eigentlich du warst ganz gut. Du denkst eigentlich du hattest das Zeug zu gewinnen und du kommst raus und du schaffst noch nicht mal durch die Vorrunden zu kommen. Was passiert dann? Nicht durch die Vorrunden heißt beim Fußball Wettkampf würde man sagen du kommst noch nicht mal in die erste Direktausscheidung. So nicht mal in den ersten Finalkampf. Was macht das mit dir? Ganz schnell fangen wir dann an unser eigentliches Können daran zu messen was gerade eben passiert ist. Das ist das Verrückte daran. Wir sammeln Erfahrungen mit uns. Manchmal jahrelang und da passiert ein Event wo wir richtig auf die Nase fallen und danach sagen wir scheinbar kann ich es ja gar nicht. Vielleicht warst du aber auch einfach nur nicht gut drauf. Vielleicht hast du auch einfach nur andere Themen in deinem Kopf gehabt. Ob du wolltest oder nicht. Bewusst oder unbewusst. Vielleicht hast du einfach nur ein Setting des Wettkampfes oder der Prüfung oder der Herausforderung erlebt auf das du dich tatsächlich nicht vorbereitet hast. Das hatte ich neulich schon mal in der Folge angesprochen. Viele Menschen lernen in einem fachlichen Umfeld besser zu werden und in der Prüfung ist auf einmal das erste Mal eine ganz andere Drucksituation hergestellt. Da geht es nämlich auch um Zeit und da geht es manchmal auch um ein Klima was hergestellt wird des des Drucks und der Anforderung. Auf einmal ist es nicht mehr freundlich. Auf einmal ist es keine Lernumgehung mehr des Wohlwollens und des gegenseitigen Förderns. Auf einmal bist du im Fadenkreuz und die Uhr tickt. Viele Menschen werden in ihrer fachlichen Ausbildung auf so eine Prüfung aber gar nicht vorbereitet. Im Sport ist das was anderes. Im Sport werden Menschen auf Wettkämpfe vorbereitet, in dem sie Wettkampf nahe Trainingssituationen erleben und so weiter und so fort. Ich hatte das in einer anderen Folge schon mal angesprochen. Worum es mir heute geht ist dann aber sich auch klar zu machen, hey vielleicht war das gar nicht passend zu dem wie ich ausgebildet wurde oder wie ich für mich gelernt habe. Zum Beispiel also dieser dieser Blick auf vergangene Herausforderungen fechterisch gesehen auf vergangene Kämpfe ist immer gut bei der Frage was kann ich besser machen und ist er immer schlecht bei der Frage wie gut bin ich. Wie gut bin ich lässt sich nicht an einzelnen Momenten festmachen. Das ist das das ist die Krux. Wir lernen das zwar in der Schule und wir lernen das auch in Ausbildung, wir lernen das im Studium, dass wir lange lange lernen und dann punktuell abgefragt werden, punktuell geprüft werden. Aber im Großen und Ganzen wissen wir eigentlich, dass wir zum einen Zeitpunkt in einer anderen Verfassung sind als beim nächsten Zeitpunkt. Und deshalb dürfen wir auch da den Fokus nicht verlieren auf den Punkt an dem wir tatsächlich stehen. Das ist sehr schwer. Hier geht es also um den Fokus zu dir selbst, auf dich selbst, auf deinen Weg. Trotz schlechter Tage, trotz Umstände die nicht immer förderlich sind, trotz Momente in denen deine Ressourcen einfach gerade anderweitig ich sage es mal eingespannt sind, wenn du einfach andere Themen gerade in deinem Leben hast und auf einmal trotzdem ein Bewerbungsgespräch hast, trotzdem eine Präsentation für deine Firma zu erhalten hast, trotzdem in eine völlig unvorbereitete Konfliktsituation in deine Abteilung kommst. Die rückwirkende Betrachtung sagt uns nicht wie gut wir eigentlich sind, wie moralisch wir sind, wie gewandt wir sind, wie redegewandt wir sind, wie fachlich kompetent wir sind und so weiter und so fort. Eine Momentbetrachtung ist menschlich nicht sinnvoll. Das wissen wir und trotzdem neigen wir dazu dem statt zu gehen. Und da geht es auch darum hast du den Fokus auf deinen Weg, wie ich so gerne sage und nicht auf den einzelnen Moment auf deinen Weg. Auf deinen Weg heißt auch, dass man manchmal den Fortschritt den man macht nicht sieht, weil er im Verborgenen stattfindet. Den Fokus auf den eigenen Weg zu bewahren heißt auch, dass man manchmal Zeit braucht um den eigenen Fortschritt zu sehen. Manchmal machen wir auch Fortschritte da, wo wir es gar nicht erwarten und denken vielleicht schnell, ach das hätte ich jetzt gar nicht gebraucht, ich wäre lieber da und da weiter gekommen, weil wir den Fokus wieder verlieren. Den Fokus auf deinen Weg zu richten, deinen Weg zu bewahren heißt, trotz dieser, ich sage jetzt mal Unstimmigkeiten, trotz dieser fehlenden Fortschritte, trotz dieser Momente des auch gefühlten Versagens, sich nicht loszulassen, den Kontakt wie wir es vorhin gesagt haben, nicht zu dir zu verlieren. Und wenn wir so über Fokus reden, dann sind wir natürlich auch ganz dicht bei Disziplin. Denn Fokussieren ist eine aktive Handlung. Das ist nicht passiv. Du kannst nicht sagen, ich habe meinen Fokus verloren. Ja, das kannst du sagen, aber das ist die Frage, was hast du dann gemacht? Weißt du, das Schöne ist ja, gehen wir mal in die Fechthalle wieder, wenn du in einem Freikampf bist und feststellst, dein Publikum bringt dich völlig durcheinander. Die Gedanken daran, wie du gerade vor denen da stehst, vielleicht sind einige dabei, die du schon mal unterrichtet hast. Du kommst deine eigenen Erwartungen noch mit rein. Hoppla, das spielt das Ganze, das spielen diese ganzen Gedanken Samba in deinem Kopf. Das Einzige, da rauszukommen ist, dich intensiv zu fokussieren auf dein Gegenüber. Das ist so der Unterschied zwischen, wenn du hoch oben bist, dass der eine ruft zu dir hoch, blicke nicht nach unten und der andere ruft zu dir, blicke nach vorne, da wo du hin willst. Letzteres funktioniert, das erste natürlich nicht. Wenn ich dir sage, denke nicht an ein blaues Haus, hast du gerade an ein blaues Haus gedacht, wenn ich dir aber sage, denke an ein rotes Haus, dann ist das blaue Haus wieder weg. Das ist das Wichtige. Fokus ist nämlich das Schöne. Fokus sagt nicht, denke nicht an folgendes, sondern Fokus sagt, denke an dieses, denke an jenes. Und das ist gleichzeitig das Rezept dafür, von anderen Dingen wegzukommen, die einem nicht dienen, die einem nicht hilfreich sind. Zum Beispiel eben dem Publikum, den vermeintlichen Zuhörern, dem vermeintlichen "Was ist wenn?" in einem Konfliktgespräch, dem, was derjenige oder diejenige gerade gesagt hat, was sich völlig aus Erfassung bringt. Fokussieren heißt weg davon, indem du zu etwas anderem dich wieder hinrichtest, ausrichtest, nicht hinrichtest, ausrichtest und eben den Fokus dadurch bewahrst. Das zu tun und immer wieder daran zu denken, das ist Disziplin. Das ist ein Teil davon. Das ist Disziplin. Und dafür möchte ich dich sensibilisieren, dass du dir Momente nimmst, in denen du immer wieder fragst, dich fragst, habe ich gerade mein Fokus auf das, wohin ich eigentlich gerade will. Wir haben viele Folgen schon gemacht zu dem Thema, was ist eigentlich dein Ziel, wenn du dich auf den Weg machst. Wir haben einige Folgen schon zu dem gehabt, was passiert eigentlich in dir, wenn du dir vorstellst, wie andere gerade über dich denken und so weiter und so fort. Heute geht es mir darum, immer mal wieder zu hinterfragen, bist du noch fokussiert oder bist du schon dabei, den Gedanken zu folgen, die dich weit weg von deinem Ziel bringen. In diesem Sinne wünsche ich dir eine gute, fokussierte und nicht druckvolle Woche. Alles Gute, auf bald, dein Trainer und Coach Christian Bott.
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