#055 - Ein langer Atem, wenn es wirklich zählt

Shownotes

Feiere mit uns ein Jahr Podcast und entdecke, wie der lange Atem in Unternehmen und der Selbstständigkeit zum Erfolg führen kann, illustriert durch persönliche Erfahrungen und Geschichten aus der Welt des Fechtens und Coachings.


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Christian Bott - der mit dem Schwert coacht. Fechtmeister • Speaker • Trainer • Coach

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Hallo und herzlich willkommen zu diesem kleinen Jubiläum, denn mit dieser Folge ist dieser Podcast über ein Jahr online. Dank dir ist das möglich und dank euch und dank eurem Feedback, was ihr mir immer wieder zukommen lasst, ist das etwas, was mich immer wieder mit Dankbarkeit erfüllt, diesen Podcast zu machen. Vielen herzlichen Dank euch. Ich möchte heute mit ein Thema hineinnehmen, was meine Selbstständigkeit immer wieder stark prägt, im positiven Sinne. Mich hat vor langer Zeit mal jemand gefragt, wie ist das denn als Fechtlehrer, als Fechtmeister, als Coach selbstständig zu sein? Und natürlich kommen mir Gedanken, was ich dann auch sage, wie schön das ist, mein Hobby zum Beruf zu machen. Das ist was Besonderes. Ich bin dankbar darum, das zu tun, wofür mein Herz schlägt und damit auch noch meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Wow. Wenn mich aber Schüler fragen, die ich zum Fechtlehrer oder Fechtlehrerin ausbilde, kommt mir noch ein anderer Satz. Da sage ich oft, wenn du dich selbstständig machst, ob als Fechtlehrer, als Coach oder mit anderen Themen, dann brauchst du einen langen Atem. Brauchst du einen langen Atem. Und das verstört manchmal ein bisschen. Das irritiert manchmal ein bisschen. Ich meine das gar nicht abschreckend. Aber ich finde das etwas sehr Ehrliches und Wichtiges, was man sich sagen darf, was man auch anderen sagen darf, was ich anderen sage, wenn du dich mit so etwas selbstständig machst, brauchst du einen langen Atem. Warum ist das so? Nun, weil einfach Selbstständigkeit etwas ist, was permanent mit dir selbst zu tun hat. Es gibt keinen anderen, der dir das alles abnimmt, der dir sagt, ich bringe dich auf die nächste Stufe, der dir sagt, ich sage dir, was du morgen machen sollst, um dein Marketing zu erweitern oder oder oder. Es läuft alles letzten Endes bei dir zusammen und kommt aus dir heraus. Und dafür brauchst du einen langen Atem. In Momenten, in denen du vielleicht ein bisschen weniger Kraft hast, warum auch immer. In Momenten, in denen du nicht genau weißt, wie sollen denn die nächsten Jahre werden. Das muss gar keine Krise sein. Es reicht einfach, dass dir hier und da in dem Moment die kreativen Ideen für neue Konzepte fehlen. Das gibt es immer wieder mal. So viele Menschen, die in irgendeiner Form in kreativen Berufen sind, kennen das auch. Da nennt man das Schreibblockade oder kreative Blockade, wie auch immer. Das haben Selbstständige auch. Zum Beispiel. Wir müssen aber gar nicht in die Selbstständigkeit gucken. Wir können auch direkt in eine Fechthalle hineinschauen. Du kannst aber auch in andere Bereiche hineinsehen, in denen du in irgendeiner Form in einer Entwicklung bist. Die meisten Menschen, die sich irgendwo entwickeln, entwickeln sich nicht linear. Sie entwickeln sich plateauweise. Das heißt, du lernst etwas und wirst schnell gut, also schnell besser, sagen wir mal. Und dann hast du eine Pause. Dann hast du eine Zeit, in der sich nicht viel weiterentwickelt. Bei Fechtern ist es so, und Fechterinnen, dass auch manchmal einfach die Freikämpfe nicht mehr so erfolgreich sind. Auf einmal kommen mehr Niederlagen zustande. Oder im technischen Training merkt man, ich werde irgendwie nicht besser. Ich bin ganz gut, ich bin ganz gut dabei, aber irgendwie habe ich das Gefühl, ich komme gerade nicht weiter. Und an der Stelle ist genau dieser Satz wichtig. Jetzt brauchst du einen langen Atem. Man könnte es auch ein bisschen kürzer formulieren. Einfach weitermachen. Das ist so oft, wenn Menschen, egal ob es beim Fechten ist oder an anderen Themen in ihrem Leben, an einen Punkt kommen, wo sie sagen, ich weiß nicht, was ich noch machen soll, ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Es fühlt sich gerade nicht danach an, dass es besser wird. Dann ist manchmal mein Rat, manchmal denke ich mir das auch nur, je nachdem, ob man etwas da zum Raten hat, dann rate ich oder denke mir, mach dennoch weiter. Mach weiter. Natürlich können wir uns immer prüfen, bei dem, was wir tun, ob wir das wirklich noch wollen. Du kannst dich prüfen, willst du das noch, für das du auf dem Weg bist? Oder ist das, was du tust, nur noch ein Selbstläufer, was du mal angefangen hast aus einer Motivation, die längst nicht mehr deine ist oder längst nicht mehr aktuell. Dann darf man natürlich das Ganze hinterfragen. Nicht jeden Tag, aber immer mal wieder. Aber wenn du für dich sagst, das ist das, was ich hier tue, das ist das, was ich will, das ist das, weshalb ich mich auf den Weg gemacht habe. Nur gerade sehe ich den Horizont nicht so richtig. Dann heißt das, lauf weiter. Du kommst dem Horizont nur näher, wenn du dich bewegst. Und dafür brauchen wir einen langen Atem. Das ist ein langen Atemhaben. Wenn ich im Krafttraining bin, wenn ich im Fitnessstudio bin und dort Krafttraining mache, das ist dort genauso. Die meisten Leute kennen das auch, die sich in irgendeiner Form mit Kraftsport, Krafttraining auseinandersetzen. Auch da gehst du in die Gewichte rein und stellst irgendwann fest, das läuft richtig gut. Du kommst immer weiter, immer weiter, baust schnell auf und dann gibt es ein Plateau. Dann trainierst du wochenlang und merkst, es kommt nichts dazu. Die Gewichte bleiben, die Wiederholungen bleiben, es bleibt gleich schwer. Und dann kommst du an einen Punkt, wo du dich fragst, ist das noch das Richtige? Macht das hier gerade Sinn? Und an der Stelle möchte ich dir ins Ohr flüstern, nicht nachdenken, weitermachen. Mach weiter. Und wenn man weitermacht, dann stellt man ein paar Wochen später wieder fest, hoppla, auf einmal ist es leichter geworden. Auf einmal ist es besser geworden. Beim Krafttraining. Bei Fechtsituationen, in denen die Erfolgsphase ausbleibt. Bei Freikämpfen, in denen sich die Niederlagen einstellen. Vielleicht auch bei deinem Startup, bei dem Unternehmen, was du gründest, bei dem es einfach eine Weile dauert, bis du wirklich in die Erfolgszone reinkommst. Wir brauchen, wenn uns etwas wirklich wichtig ist, einen langen Atem. Und da muss ich immer wieder an eine Zeit denken, bei mir, in meiner Selbstständigkeit, die wirklich dazu geführt hat, dass das auf die Probe gestellt wurde. Ich habe 1999 meine Fechtschule gegründet und du kannst dir vorstellen, damals, als wir angefangen haben, haben wir natürlich in irgendeiner Vereinssporthalle der Stadt unsere ersten Schwertkampfübungen gemacht. Und irgendwann ist ein weiterer Standort dazu gekommen und noch ein Standort und noch ein Standort. Das Ganze wurde immer größer. Aber es waren natürlich weiterhin Schuhsporthallen oder ähnliche Säle. Und irgendwann, das war in den Mitte 2000ern, fragte mich jemand, wo finde ich denn deine Fechtschule? Wir haben da telefoniert. Wo finde ich deine Fechtschule? Ich möchte euch mal besuchen. Und da musste ich sagen, die Frage ist, wann hast du Zeit? Wann möchtest du denn kommen? Denn dementsprechend danach richtet sich, wo du uns findest. Denn Dienstag sind wir in Worms, Montag sind wir in Mannheim, Mittwoch sind wir in Heidelberg, Donnerstag sind wir in Worms-Hernsheim. Und das war kein schöner Augenblick. Auch wenn ich zeitweise als Choreograf auch immer wieder aktiv auf den Theater gefragt habe, können wir mal Leute zu dir schicken oder Filmstudios gefragt haben, wo können wir mal ein paar Leute zu dir schicken, dass du sie choreografierst? Da musste ich immer wieder sagen, naja, das ist so eine Sache. Wir haben keine Halle. Und davon abgesehen, musste ich immer wieder im Training feststellen, so sehr mir das Spaß macht, fehlte mir etwas. Mir fehlte, dass wir nach dem Training noch ein bisschen in der Halle sind. Mir fehlte, dass die Menschen zwischen zwei Trainingseinheiten einfach dort verweilen können. Mir fehlte in der Halle ein Ort der Begegnung über den Sport hinaus. Ich versuchte das, durch das wie ich unterrichte, so gut wie möglich zu etablieren. Das gelang mir auch. Und die Leute spürten das auch. Und gleichzeitig fehlte mir dieser Ort, wo ich sagen konnte, dort könnt ihr immer hinkommen. Und ich begann zu suchen. Und wir haben gesucht und gesucht. Und je länger die Suche dauerte, desto schwerer wurde es. Und es gab irgendwann einen Moment, bei dem ich merkte, ich habe darauf nicht mehr wirklich Lust. Ich möchte nicht mehr als Fechtlehrer, als fahrender Fechtlehrer irgendwo unterwegs sein, von Halle zu Halle. Ich kam mir vor wie ein Schauspieler ohne Theater. Und das waren Momente, die es wirklich sehr, sehr schwer machten. Und dann, 2009, im Sommer 2009, fuhr ich in einen kleinen Ort zwischen Mannheim und Heidelberg und begutachtete die x-te Halle. Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Hallen ich vorher angesehen hatte. Und auf einmal spürte ich noch, bevor ich in der Halle stand, die ist es. Hier wird es passieren. Und wir fanden eine Halle, die perfekt für uns war. Die Lage war perfekt. Und ich kann wirklich sagen, bis heute, der Vermieter, der uns diese Halle zur Verfügung stellt, ist ein so toller Mensch. Wir verstehen uns ganz, ganz toll. Und ich bin immer wieder dankbar. Auch da ein so schönes Verhältnis zu haben. Und warum haben wir die Halle gefunden? Nun, weil wir weitergesucht haben, weil wir weitergemacht haben. Ich war teilweise vorher in Situationen, wo ich mich fragte, wie lange will ich das noch machen? Und dann kam die Halle. Und dann konnte ich das aufbauen. Dann konnte ich einen Ort der Begegnung aufbauen. Einen Ort, an dem Menschen hinkommen, wenn sie vielleicht nicht die Ressourcen haben, Sport zu treiben. Wenn sie vielleicht auch durch mentale, familiäre oder sonst welche berufliche Situationen, Niederlagen erleiden und einfach an dem Tag nicht die Konzentration haben, ein Schwert zu führen. Die kommen trotzdem. Die kommen trotzdem an einen Ort, der ihnen Kraft spendet. Und das ist das, was ich immer wollte. Auf diesen Ort habe ich zehn Jahre gewartet. Das war ein Ding. Wir haben unser zehnjähriges Jubiläum in der Fechtschule gefeiert, als wir diese Halle gefunden hatten. Das war kurz vorher. Ein Monat vorher war das Jubiläum. Irgendwann kam das 20-jährige Jubiläum. Jetzt stehen wir vor dem 25-Jährigen. Ich kann nur sagen, ich bin da sehr, sehr dankbar. Und ich muss sagen, ich habe das, was mich dahin geführt hat, war unter anderem ein langer Atem. Auch viele Menschen, die mich dabei unterstützt haben. Manche sehr, sehr stark. Menschen, die man nicht suchen kann, sondern nur finden. Und der lange Atem. Und deshalb möchte ich dich dazu anhalten, wenn du an etwas dran bist, was dir wirklich wichtig ist, was du liebst, was du vom Herzen her machst, und du eine Zeit hast, bei der du dich fragst, wie soll das weitergehen. Irgendwie hängt es gerade fest. Bleib dran. Mach weiter. Solange du es willst, mach es weiter. Mach es weiter. Habe einen langen Atem. Und wenn du etwas angehst, bei dem du neu in etwas rein startest, dann darfst du dir im Vorfeld sagen, habe ich den langen Atem dafür? Möchte ich das investieren? Ja, das darf man tun. Wenn jemand heute vielleicht Lehrer werden will, mache ich ihm klar, was auf ihn zukommt. Aber auch den Preis, den er dafür bekommt. In diesem Sinne, danke, dass ich das heute wieder mit dir teilen durfte. Ich wünsche dir Durchhalten. Ich wünsche dir Durchhaltevermögen, standing in dem, was du wirklich willst. Und ich kann dir nur sagen, aus eigener Erfahrung, wenn du einen langen Atem hast, lohnt es sich in vielfacher Hinsicht. Ich bin so dankbar, heute diesen Beruf noch zu haben. Was heißt noch? Also bis heute diesen Beruf zu haben und auch, so Gott will, noch sehr, sehr lange in der Zukunft. Ja, in diesem Sinne bleibt da gar nicht mehr viel zu zu sagen. Ich wünsche dir eine schöne Woche. Wenn du irgendwo Themen hast, wo du einen langen Atem brauchst oder einen langen Atem gebraucht hattest und heute darauf zurückblickst, dann erzähl mir doch davon. Über podcast@christianbott.de. Bis dahin, alles Gute, dein Trainer und Coach Christian Bott.

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